Die Gesellschaft vor dem alten Bauernhaus im Dorfchen Trenta erinnert an ein Bild aus alten Tagen. Drei Generationen sitzen bei Fruchtsaft, Kaffee und Obstküchen beisammen und rasten nach einer Wanderung. Das Mädchen trägt lange Zöpfe und der Bub hat Lederhosen an, doch die Grossmutter trägt eine Baseball_Kappe als Sonnenschutz.

Die Darsteller dieser Sommeridylle sind Feriengäste. Urlaub auf dem Bauernhof machen sie und Ausflüge in die alpine Umgebung. In den Triglav-Nationalpark zum Beispiel, der Legende nach das Reich des Zlatorog, dem Gamsbock mit den goldenen Hörnern.

Sloweniens Bergwelt steckt nicht nur voller Naturschönheiten, sondern auch voller Legenden, die von bösen Männern und weisen Frauen, Kräuterweibern und gewitzen Hirten erzählen. Man kann die Kinder beim Wandern damit unterhalten. Und wenn die Kleinen zu müde für weitere Touren sind, dürfen Sie in den klaren Bächen und Bergseen der Julischen Alpen spielen oder man fährt mit ihnen mal eben an die Adria und lässt sie in den wellen planschen.

Sloweniens sheint auf den ersten Blick wie gemacht für eilige Reisende. Alles liegt nah beieinander. Rückzuck, kann man von der Küste einen Abstecher nach Italien oder Kroatien machen, nach fast ebenso kurzer Zeit erreicht man auf gut ausgebauten Strassen die Haupstadt Ljubljana oder die spektakulärsten Karsthöhlen Europas. An einem einzigen Tag kann man im Hochgebirge mit dem Kanu auf Wildwassern zu Tal schiessen und später im Mittelmmer sie Segel setzen.

Slowenien ist ein junger, gerade fünfzehn Jahre alter Staat, dessen Touristiker noch immer Aufklärungsarbeit zu leisten haben, damit das Land nicht mit Slowakei oder der ostkroatischen Region Slawonien verwechselt wird. Und, bitte schön, zum Balkan möchte keinensfalls gezählt werden. Wie gut, dass neben der Autobahnverbindung über Triest auch der Karawanken-Tunnel rechtzeitig zur Unabhängigkeit im Jahr 1991 fertig wurde, diese zweite schnelle Verbindung zu Mitteleuropa, zu dem man ausdrücklich gehören will, bevorstehende EU-Mitgliedschaft inclusive. Slowenien ist ein perfekter Kandidat: Rund 5 % Wirtschaftswachstum jährlich zeichnen den Staat aus, der sich seiner Form wegen “die Glucke Europas” nennt und dessen Nationalhymne ein Trinkgeld zitiert. Nur halb so gross wie die Schweiz ist das Land und dabei so gepflegt und aufgeräumt, als sei das ganze Jahr Kehrwoche.

Doch wer glaubt, dass sich das kleine Slowenien im Handstreich “erobern” lässt, wird schnell eines Besseren belehrt. Ljubljana zum Beispiel ist eher ein Haupstädtchen als Metropole. Im Sauseschritt könnte man die Altstadt durchqueren, nur gelingen will das nicht. Weil man immer wieder stehen bleiben muss. Schuld daran ist vor allem Joze Plecnik, genialer Architekt aus der Schule des Wiener Jugendstils, dessen ebenso eigenwilligen wie harmonischen Bauten man in Ljubljana auf Schritt und Tritt begegnet. Plecniks schönstes Stück ist die “Dreierbrücke”, ein Trio von Stegen über den grünen Flus Ljubljanica, nur der mittlere darf von Autos benutz werden, die gern bei der Blumenverkäuferin Halt machen und ein Sträucschen erstehen.

Naturlich gibt es auch noch die Drachenbrücke mit den fauchenden Ungeheuern und die Schusterbrücke mit ihren eleganten Säulchen. Natürlich gibt es auch noch Burg, Brunnen und Barokfassaden, dazu lauschige Cafes und schrille Clubs, Biergärten und Gourmettempel. Keine Chance also, schnell aus Ljubljana herauskommen. Und wer es doch geschafft hat und mal eben die Postonjska Jama, auch Adelsberger Grotte gennant, besuchen will, muss schon wieder viel Zeit einplanen.

Europas grösste Schauhöhle ist so riesig, dass man mit einer Eisenbahn hineinfährt, auf offenen Wagen ins Erdinnere rauscht, vorbai an Tropfsteinen, glitzernden Kalkperlen und Kilometerlang rattert man durch die kühle Luft, dann erst geht es zu Fuss weiter, nach jeder Biegung warten neue Wunder. Den schönsten Blick auf die Bergkette der Karawanken hat man von der Burg des alten Kurstädtchens Bled. Auf einem steilen Felssporn thront die Festung mehr als hundert Meter über dem flaschengrünen See.

Tief unten liegt ein kleines namenloses Eiland, die einzige Insel Sloweniens. Schon seit Mitte des achten Jahrhunderts wallfahrten Gläubige zur dortigen Marienkirche. Bled lag am wichtigen Handelsweg der Brennerroute, mit den durchreisenden Kaufleuten liess sich ebenso Geld verdienen wie mit den zahlreichen Pilgern.

Als Bled zum Habsburger Reich gehörte, kam es wegen seiner gesunden Bergluft bald als Sommerfrische beim Adel in Mode. Schon um 1900 hatte Bled rund tausend Gästebetten, 1906 wurde es zum schönsten Kurort des Kaiserreich gekürt.

Auch die Hofstaat des Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen pflegte hier, auf halbem Weg zwichen Wien und Venedig, die Ferien zu verbringen. Das Grandhotel Toplice, direkt am See und wie zwei weitere Hotels mit eigenem Thermbald, kündet noch immer vom Glanz der guten alten Zeit. Schon 1937 wurde hier ein Golfplatz mit Alpenpanorama angelegt.

Auch Heute dreht sich in Bled alles um den See. Im Laufe des Sommers erwärmt er sich auf 26 Grad, kein anderer Alpensee gewährt eine längere Schwimmsasion. In einer Stunde kann man um den See herumspazieren oder sich wie Kaiser Franz Josefs Enkelin Elisabeth in einer Kutsche ausfahren lassen, immer am Ufer entlang, das überall freien Zugang gewährt. Schiffer wie Anton Zuban rudern die Gäste im Pletnaboot hinüber zur Insel mit dem freskengrschmückten Kirchlein und der Wunschglocke.

Auch das Küstenstädtchen Piran ist überschaubar und schnell erlaufen. Wenn man sich den eilen wollte. Der Heimatort des Teufelsgeigers und Komponisten Giuseppe Tartini präsentiert sich mit seinem Festungsmauern, dem Fischer- und Seglerhafen und den engen Gassen in schönster mediterraner Romantik. Auf dem Hauptplatz, ein blitzsauberes Oval aus weissem Marmor, das in der Sonne wie eine Eisfläche gleisst, steht der Geiger mit hoch erhobenem Bogen vor einem glutrot leuchtenden venezianischen Palazzo.

Slowenien, ein Land das es lohnt entdeckt zu werden....

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Was soll man zu einem Land sagen das von Gott mit allem beschenkt wurde . . . ?

Tartini
Grotte Postojna
Dreierbrücke Ljubljana
Bled
Piran Adria
Ljubljana
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